Heike Raab: Gamesbranche ist ein Innovationsmotor – auch für die Medienpolitik

„Medien sind heute weit mehr als Radio, TV und Rundfunkbeitrag. Die Gamesbranche ist hier ein ganz wichtiger Innovationsmotor. Dass Eltern heute einfach und ohne IT-Studium den Medien- und Spielekonsum ihrer Kinder aktiv begleiten können, ist gerade auch dem Engagement der Branche zu verdanken. Auch die aktuell geführte Debatte um einen zeitgemäßen Rechtsrahmen für Streaming-Angebote im Netz hätte ohne die kreative Energie der Gamer und Let’s Player wohl nicht in dieser Form stattgefunden,“ so die Staatssekretärin für Medien und Digitales Heike Raab anlässlich ihres Besuchs auf der Gamescom in Köln. Staatssekretärin Raab koordiniert für das Vorsitzland der Rundfunkkommission die Medienpolitik der Länder.

„Gute Regulierung setzt den engen Austausch mit der Branche, den Betroffenen, der Wissenschaft und den Bürgerinnen und Bürgern voraus. Denn hinter dem, was dann am Ende in Paragraphen gegossen wird, stecken ganz oft sehr komplexe Fragestellungen – wirtschaftlich, gesellschaftlich und technisch. Die Länder haben bereits mit dem Jugendmedienschutzstaatsvertrag ein erfolgreiches Beispiel dafür geliefert, wie man moderne und gute Regulierung, gerade auch im Dialog mit den Beteligten, schaffen kann. Ich freue mich, dass diese Arbeit mit der erstmaligen Anerkennung eines Jugendschutzprogramms durch die USK nun auch in der Praxis Früchte trägt,“ so die Staatssekretärin weiter.

„Ich bin überzeugt, dass der Ansatz einer frühzeitigen Beteiligung der richtige ist. Wir haben uns daher auch bei den aktuellen Vorschlägen für einen Medienstaatsvertrag für eine möglichst offene und breite Diskussionsplattform entschieden. Noch bis zum 30. September 2018 können unter www.rundfunkkommission.rlp.de Vorschläge und Ideen zu den Bereichen Plattformregulierung (z.B. Smart-TVs), Rundfunkbegriff (Streaming) und Intermediäre (insbesondere Suchmaschinen und soziale Medien) eingereicht werden. In den ersten drei Wochen haben wir hier bereits über 500 Eingaben erhalten,“ betonte die Staatssekretärin.

Zu den Rahmenbedingungen für die Branche in Rheinland-Pfalz erläuterte Staatssekretärin Raab: „Games sind eine Wachstumsbranche – gerade auch in Rheinland-Pfalz. Mit Unternehmen, wie Kalypso, Ubisoft Blue Byte und anderen haben wir schon heute eine ganze Reihe etablierter Entwicklerbüros. Seit Jahren ist der Standort Trier auch im bundesweiten Vergleich führend bei der Nachwuchsförderung und -ausbildung. Initiativen, wie das vom Land geförderte GameUp!, das jüngst entstandene GameAhead und auch der GAME Landesverband begleiten und unterstützen junge Spieleentwickler und Gründer und bringen die neuen Köpfe mit den Etablierten zusammen. Diese Entwicklung werden wir durch die Gründung eines Digital Hubs in Trier mit dem Schwerpunkt Gaming auch von Seiten der Landesregierung weiter sehr aktiv unterstützen.“

Hintergrund:

Einmal im Jahr treffen sich auf der Gamescom in Köln Unternehmen, Kreative und Politik auf der mit über 340.000 Besucherinnen und Besuchern wichtigsten deutschen Messe der Computerspiele-Branche. In diesem Jahr feiert die Messe ihr zehnjähriges Bestehen. Auf dem Gamescom-Congress diskutierte Staatssekretärin Raab mit Vertretern des Bundes, der Industrie und der USK über effektiven Jugendschutz bei Online Games. Auf dem anschließenden Rundgang über die Messe informierte sich die Staatssekretärin bei Spieleentwicklern und Initiativen aus Rheinland-Pfalz, der ESL (Electronic Sports League) und Nintendo über aktuelle Entwicklungen in der Branche.