Raab: Starkes Europa braucht Engagement der Menschen

„Die EU ist eine der größten politischen und wirtschaftlichen Errungenschaften der modernen Zeit. Da stimme ich ausdrücklich US-Präsident Barack Obama zu, der uns vor wenigen Tagen bei seinem Besuch in Hannover aufgefordert hat: Glaubt an euch, stärkt die EU!“ Das hat Europastaatssekretärin Heike Raab in einem Impulsvortrag vor Schülerinnen und Schülern des Mainzer Rabanus-Maurus-Gymnasiums betont. „Natürlich habe ich mir für meinen Schulbesuch am EU-Projekttag eine Europaschule ausgesucht. Auch wenn das Rabanus-Maurus-Gymnasium erst seit wenigen Wochen zu diesem Kreis gehört, hat sich die Schule mit ihrer großen, mehr als 450 Jahre zurückreichenden Geschichte schon lange modern und international ausgerichtet.“ Die Staatssekretärin diskutierte mit 160 Jugendlichen der Jahrgangsstufen 11 bis 13 über aktuelle europapolitische Themen wie das Erstarken rechtspopulistischer Kräfte oder die bevorstehende Volksabstimmung in Großbritannien.

Hierzu erklärte Raab: „Den Aufruf des US-Präsidenten zu Zusammenhalt und Toleranz in Europa müssen wir mit Leben erfüllen. Ein starkes Europa braucht das Engagement der Menschen. Beim Referendum in Großbritannien, wo die Bürger am 23. Juni über den Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union abstimmen, sollten sich die Wahlberechtigten an die Mahnung Helmut Schmidts bei seiner letzten großen Rede erinnern. Jede einzelne der europäischen Nationen wird 2050 nur noch einen Bruchteil von 1 Prozent der Weltbevölkerung ausmachen. Wenn wir die Hoffnung haben wollen, dass wir Europäer eine Bedeutung für die Welt haben, dann können wir das nur gemeinsam. Denn als einzelne Staaten kann man uns am Ende nicht mehr in Prozentzahlen, sondern nur noch in Promillezahlen messen.“

Raab zeigte sich überzeugt, die Welt brauche ein starkes, wohlhabendes und geeintes Europa. Dafür werbe die Europawoche, in deren Rahmen der Schulbesuchstag stattfindet. Sie steht 2016 unter anderem unter dem Themenschwerpunkt der Asyl- und Flüchtlingspolitik. „Veränderungen wie die unerwartet große Zahl der Flüchtenden bringen Unsicherheiten mit sich. Viele Menschen zeigen Ängste vor Fremdem und vor Menschen aus anderen Kulturkreisen. In vielen Ländern der Europäischen Union nutzen rechtspopulistische Strömungen und Parteien diese Ängste und Sorgen der Menschen aus. Hier müssen wir aufklären und gegenhalten.“

Im Rahmen der Europawoche treffen zahlreiche Mitglieder der Landesregierung beim „EU-Projekttag an Schulen“ mit Kindern und Jugendlichen im Land zusammen, um mit ihnen über Europa zu diskutieren. Entwickelt wurde der Projekttag während der deutschen EU-Ratspräsident­schaft 2007. Seither werben um den Europatag am 9. Mai Po­litikerinnen und Politiker der Bundes-, Landes- und Europaebene an Schulen für die Europäische Einigung.