Raab: Qualitätsjournalismus und Medienkompetenz statt Fake News

„Die besten Mittel für eine ‚Herdenimmunität‘ gegen Desinformation sind Qualitäts-Journalismus und Medienvielfalt.

Presse, Rundfunk und Onlinemedien sowie Medienkompetenz bieten eine breite Palette, sie brauchen aber auch gute Rahmenbedingungen“, erklärte Heike Raab, Staatssekretärin für Medien und Digitales in der Digitalausgabe von Demokratie um 12 heute in der Landesvertretung in Berlin.

Unter dem Titel „Fakten statt Fake News – (Des)Information in Krisenzeiten“ diskutierten Heike Raab, Juliane Leopold, Chefredakteurin Digitales bei ARD-aktuell, und Johannes Hillje, Autor sowie Politik- und Kommunikationsberater, mit Moderatorin Shelly Kupferberg, rbb Kultur, über die Auswirkungen der Flut von Information und Desinformation und darüber, wie der Diskurs in einer demokratischen Öffentlichkeit auch in Krisenzeiten gelingen kann.

Zur aktuellen Berichterstattung über Covid-19 erklärte Hillje: „Parallel zur Pandemie erleben wir eine Infodemie, weil jeder Zustand kollektiver Verunsicherung ein Gelegenheitsfenster für Verschwörungsideologen und radikale Kräfte ist, die Verun­sicherung der Menschen für die Verbreitung ihrer Propaganda zu instrumentalisieren.“ Die Herausforderung liege darin, den Falschinformationen mit Faktencheks, journalistischer Sorgfaltspflicht und einem gesetzlichen Rahmen zum Umgang mit Fake News zu begegnen.

Juliane Leopold betonte: „Die Tagesschau genießt großes Vertrauen. Das sehen wir besonders in Corona-Zeiten. Gleichzeitig steigt der Pegel von Desinformation und Fake News. Um unsere Relevanz im Publikum zu bewahren, muss unsere Lernkurve vor allem in Sachen Distribution von Information steil sein.“

Diesem Ziel fühlt sich auch die Landesregierung verpflichtet und gibt in den sozialen Medien mit #FaktenstattFakeNews Orientierung und Auskunft. Die Abrufzahlen belegen, dass gerade in Krisenzeiten der gesellschaftliche Bedarf an sachlicher Aufklärung, Einordnung und Information durch seriöse und professionelle Quellen hoch ist. „Hierzu leisten wir Länder auch mit dem Medienstaatsvertrag einen wichtigen Beitrag. Er schafft rechtliche Rahmenbedingungen, die die Meinungsvielfalt und kommunikative Chancengleichheit gerade auch im Netz fördern, Qualitätsjournalismus sichtbar machen und die Eigenverantwortung der Netzcommunity stärken“, so Staatssekretärin Raab.

Die Reihe Demokratie um 12 wurde Anfang 2017 auf Initiative von Staatsekretärin Heike Raab und Professor Thorsten Faas, Freie Universität Berlin, ins Leben gerufen. Der Lunchtalk in der Landesvertretung Rheinland-Pfalz in Berlin beschäftigt sich mit aktuellen Herausforderungen der Demokratie. Aufgrund der Covid-19-Pandemie wurde die Veranstaltung diesmal als Online-Format durchgeführt.