Heike Raab: Junge Menschen mit Mut und einer neuen Vision für die Zukunft Europas

„70 Jahre nach Gründung der ersten Strukturen europäischer Zusammenarbeit über Grenzen hinweg haben die Teilnehmenden am Wettbewerb zum Europapreis 2021 ei­nen Blick in die Glaskugel gewagt. Wie sieht die Europäische Union an ihrem 100. Ge­ burtstag, im Jahre 2051 aus? Werden aktuell drängende Fragen gelöst sein? Die vielen kreativen Beiträge und originellen Ideen haben alle eines gemeinsam: Sie sind von Optimis­mus geprägt und geben uns Mut, weiter engagiert dafür zu arbeiten, dass die europäi­sche Einigung, der Austausch unter den Menschen in  Europa  vorankommt".  Das hat die Bevollmächtigte für Europa, Staatssekretärin Heike Raab heute in Mainz bei der feierlichen Verleihung der diesjährigen Europapreise betont.

„Wie wir alle wissen, steht Europa vor großen Herausforderungen", erklärte Staatssekretärin Heike Raab. ,,Die EU erweckt bei manchen den Eindruck, als sei sie den Anforderungen sich wandelnder Zeiten nicht mehr gewachsen. In einigen Ländern tragen europaskeptische oder rechtspopulistische Politiker und Politikerinnen Regierungsverantwortungund befeuern diese Stimmungen. Umso wichtiger ist es, dass wir heute gemeinsam ein starkes Signal setzen für den Erhalt der Europäischen Union und ein gemeinsames Europa. Was wir brauchen, ist Mut und eine neue Vision für die Zukunft Europas. Und wir brauchen junge, engagierte Menschen, die Ideen für ihre eigene Zukunft entwickeln und diese mit anderen jungen Europäerinnen und Europäern teilen. Deshalb gilt mein Dank allen Teilnehmenden für ihre inspririerenden Beiträge."

Den ersten Preis, verbunden mit einer Überweisung von 2.000 Euro für die weitere europapolitische Arbeit, erhielten die Medienscouts der Realschule Plus in Simmern. lhr Video hatte die Jury außerordentlich beeindruckt und in allen Teilen überzeugt. Mit einem Kurzfilm über eine Zeitreisende, die aus einer Zeit kommt, in der die EU zerfallen ist, sprechen die Schülerinnen und Schüler aktuelle Befürchtungen an. Die Lösung, die sie anbieten, ist ebenso simpel, wie notwendig: Die Beteiligung eines jeden Individu­ums, ganz besonders der Jugend bei der Gestaltung Europas. Besonders hervorzuhe­ben sei die Originalität und Kreativität sowie die herausragende Verknüpfung von filmi­schen Formen und inhaltlicher Botschaft.

Der zweite Preis wurde dieses Jahr gleich doppelt vergeben, so überzeugend waren die Einsendungen. Der erste zweite Preis mit einem Preisgeld von 1000 Euro ging an die das Hilda-Gymnasium Koblenz. Die Jury zeigte sich beeindruckt vom Comic zum Zukunftsszenario „Supermacht EU", den zwei Schülerinnen mit ihrem Sozial-Leistungs­kurs gestaltet haben. Sich an einen Comic zu wagen benötige viel Planung im Vorfeld und das Talent komplexe Zusammenhänge auf kurze und prägnante Sätze und Bilder zu begrenzen. Die Schülerinnen und Schüler hätten gezeigt, dass sie sich auf einer tieferen Ebene mit der EU auseinandergesetzt haben und einen anschaulichen, kom plexen und dennoch gut verständlichen Comic geschaffen.

Ein weiterer zweiter Preis, ebenfalls dotiert mit 1.000 Euro, ging an die BBS Neustadt.

„Ein Film, der an Verstand und Herz appelliert. Den Schülerinnen und Schülern ist es gelungen ohne Worte, doch dafür mit umso mehr Symbolik auf die Bausteine und Bau­stellen der EU hinzuweisen und sowohl eine Dystopie als auch eine Utopie zu präsen­tieren, ein würdiger zweiter Preisträger" urteilte die Jury.

Der dritte Preis und damit ein Geldbetrag in Höhe von 500 Euro ging an die Grund­schule Göttschied in Idar-Oberstein. Die Jury lobte die kreative und originelle Prä­sentation, in der die Sonne, die symbolisch für die Grundschule Göttschied steht, bei einer Reise durch Europa führt. Dafür haben die Schülerinnen und Schüler fantasierei­che Bilder gemalt und eigene Texte verfasst.

Lobende Anerkennungen für weitere eindrucksvolle Wettbewerbsbeiträge gingen an die die Berufsbildende Schule Idar-Oberstein, Harald-Fissler-Schule für ihre lebens­weltbezogene Auseinandersetzung mit dem Thema Gerechtigkeit. Die Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums Saarburg erhielten Lob für ihr mehrsprachiges Video, dass sich ein Europa der Klimaerwärmung vorstellt.

Schon seit 1992 veranstaltet die Landesregierung Rheinland-Pfalz jährlich einen Wettbewerb zur Verleihung des Europapreises. Er richtet sich hauptsächlich an Schulen, Klassen, Vereine oder Partnerschaftsgruppen mit Ehrenamtlichen, die sich  in  kreativer Art und Weise mit dem Thema Europa und der Zukunft der Europäischen Union befas sen. Der Europapreis wird unter jährlich wechselnden Themenschwerpunkten verlie­ hen. Die elektronischen Siegerbeiträge können unter europa.rlp.de/de/europa-leben/europapreis/ angesehen werden.