Mittelböhmen

Bild: Wikicommons

Die Mittelböhmische Region nimmt 14 Prozent der Gesamtfläche der Tschechischen Republik ein; Die rund eine Million Einwohner machen knapp elf Prozent der Landesbevölkerung aus. Die Region umschließt die Hauptstadt Prag, die jedoch eine selbständige territoriale Verwaltungseinheit bildet. Als Bestandteil der öffentlichen Verwaltung wurde die Region Mittelböhmen 1997 gegründet. Sie ist eng mit Prag verbunden und bietet der Hauptstadt Versorgungseinrichtungen, Dienstleistungen und Arbeitskräfte. Die Arbeitslosenrate in Mittelböhmen liegt aufgrund der vielen Prag-Pendler unter dem Landesdurchschnitt.

Durch Mittelböhmen führen zahlreiche wichtige Verkehrsadern, die andere Regionen mit der Hauptstadt verbinden. Hier befinden sich einerseits bedeutende Industriestädte, andererseits auch ausgedehnte, schwach besiedelte landwirtschaftliche Gebiete. Es gibt mehrere Naturschutzgebiete, unter anderem das waldreiche Gebiet um die Burg von Krivoklat, das zum UNESCO-Biosphärenreservat erklärt wurde. Einige Orte Mittelböhmens haben schon im Mittelalter Geschichte geschrieben. Beispielsweise verfügte das Kloster in Sazava (Sassau) über eine bedeutende Schreibstube und der mit Silber aus Kutna Hora (Kuttenberg) geprägte Gulden diente in ganz Zentraleuropa als Zahlungsmittel. Die Burgen Karlstein und Krivoklat stammen aus der Herrschaftszeit Karls IV. Die geschichtliche Bedeutung Mittelböhmens spiegeln die zahlreichen Kulturdenkmäler, die vielen Burgen und gut erhaltenen historischen Stadtkerne wider.

Die Region Mittelböhmen ist ein gut entwickeltes Industriegebiet. Der größte Automobilhersteller in der Tschechischen Republik hat seinen Sitz in Mlada Boleslav - das Unternehmen Skoda, das zur Volkswagen-Gruppe gehört. Weiter gibt es bekannte Bierbrauereien und Glashütten. Auch die Chemieindustrie und die Produktion von Baustoffen gewinnen an Bedeutung. Eine wichtige Rolle spielen auch ausländische Leichtindustrieunternehmen, die sich in den letzten Jahren hier angesiedelt haben. In Kladno ist die drittgrößte neue Industriezone Tschechiens entstanden.

Neben der Umstrukturierung der Wirtschaft von der Landwirtschaft hin zu mehr Industrie liegen die Chancen für die Entwicklung der Region in ihren guten Verbindungen zur Hauptstadt Prag. Der Ausbau der Infrastruktur kommt gut voran. Wichtige Projekte sind die Straßenausbaumaßnahmen Prager Ring, Prag - Budweis und Prag - Karlsbad sowie die Rekonstruktion des internationalen Korridors im Eisenbahnverkehr.

Weitere Informationen